Open Source System Management Conference 2014

Es lohnt sich immer, im Frühling nach Südtirol zu fahren. Ein Grund mehr ist die Open Source System Management Conference, die Würth-Phönix traditionell zu dieser Jahreszeit ausrichtet. Der Hersteller von neteye schafft es immer, interessante Redner einzuladen. Dieses Mal lag der Schwerpunkt des Nachmittagsprogramms auf der Technik, was die Teilnahme noch einmal interessanter machte.

Luca Deri: ntopng

Luca Deri sprach über die Zukunft von ntopng. Da immer mehr Verkehr im Netzwerk verschlüsselt übertragen werden wird, macht es noch begrenzt Sinn, an der Leitung zu lauschen, um die Performance zu beurteilen. Deshalb wird es in Zukunft mit der sProbe einen Agenten geben, der auf den Systemen installiert wird und dort den Applikationen bei der Arbeit zuschaut. Mit der Performance, die die Programme von Luca Deri bieten, kann der Administrator in Echtzeit Probleme aufspüren. Luca Deri versprach eine zeitliche Auflösung im Bereich von Mikrosekunden. Damit sollten sich alle Probleme finden lassen.

Michael Medin: Why we do monitoring wrong!

Der Vortrag von Michael Medin beschäftigte sind mit dem Thema, ob Monitoring, so wie es aktuell betrieben wird, in Zukunft noch sinnvoll ist. Anhand von einzelnen Beispielen entwickelte er seine Ideen, bei denen der Context der Messungen eine wichtige Rolle spielt. Einfaches, stupides Messen und Alarmieren bei Über- oder Unterschreitung von Schwellwerten, wird in Zukunft nicht mehr möglich sein.

Aufgabe der Open Source Entwickler sollte es sein, neue Methoden für die Überwachung einzuführen, die Beurteilen können, ob der angebotene Dienst noch zur Verfügung steht. Ausserdem dürfen die neuen Methoden für den Administrator nicht schwieriger sein, als die bisherigen Plugins von nagios.

Remo Ricki: NeDi, Next Version

Danach erzählte Remo Rickli über die Fähigkeiten der neuen Version von NeDi. Ein Update auf die neue Version funktioniert jetzt mit einem Mausklick. Beeindruckend war die automatische Darstellung der Hardware in den Racks und die Einbindung von Open Street Maps als Hintergrund für die Topologie der Netzwerke. Viel wichtiger für den Administrator ist vielleicht aber die Fähigkeit Snapshots von den Netzwerken anzulegen und in einer separaten Datenbank abzulegen. So kann man ein Netzwerk durchsuchen und später in Ruhe analysieren. Daneben zeigte Remo Rickli natürlich viele Verbesserungen bei der Grafik, so dass die Oberfläche einen modernen Eindruck macht.

Peter Haag: Neues bei nfsen / nfdump

Der Entwickler von den Programmen nfsen und nfdump war gekommen, um seine Ideen für eine neue Version zu zeigen. Neben der allfälligen Überarbeitung der grafischen Oberfläche hat sich aber auch unter der Haube einigen getan. Da Cisco das netflow Protokoll nicht nur nutzt, Metainformationen von Routern zu senden, hat Peter Haag ein paar neue Parser entwickelt. So kann nfsen jetzt auch die Metainformationen von Cisco ASA Firewall oder NAT Geräten auswerten.

Abschluss

Aber was wäre die Konferenz ohne das obligatorische Bankett am Abend mit einem guten Vernatsch. Alleine deshalb lohnte es sich nach Bozen zu fahren.

Vielen Dank an Würth-Phönix für die Einladung!


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